Festival Spielarten 10
Spielarten 10 – in Köln von Samstag 25. September bis Freitag 1. Oktober 2010
FESTIVAL

Das Festival SPIELARTEN hält 2010 einmal mehr alles, was der Titel verspricht.
Sie sehen Tanz als assoziatives Spiel mit sich bewegenden Linien und Papier für Kinder. Sie sehen ein Märchen für große Kinder, wunderbar bearbeitet von Thomas Brasch. Und ein Märchen für alle, erfunden vom Theaterfantasten Marcel Cremer. Sie sehen Menschen, die besessen sind vom Vermessen der Welt und andere, die ihrer Erinnerung nach der Heldin ihrer Kindertage nachhängen – der ewigen, einzigen Pippi. Sie sehen eine Hommage an die Formenwelt der Bauhaus Künstler, die ihre Bausteine für die Jüngsten zu immer neuen Bildern konstruiert. Und Sie sehen Autorenstücke für Jugendliche, die den Problemen nachspüren, die im aufeinander prallen von westlicher und muslimischer Weltanschauung entstehen.
Versäumen Sie nicht, Ihre Favoriten des Festivalprogramms auszuwählen. Oder das Gesamtprogramm als Chance wahrzunehmen, einen profunden Überblick über die aufregendsten Spielformen und Themen des aktuellen Theaters für junges Publikum zu erhalten.
SA. 25.09., 17:00 UHR
Offizielle Eröffnung des NRW Theaterfestivals SPIELARTEN 2010
SA. 25.09., 18:00 UHR

Theater Marabu, Bonn
HARAM
von Ad de Bont, für alle ab 12 Jahren, 60 Min.
Die Geschwister Houari, Aziza und Saïd leben seit ihrer Geburt in Westeuropa. Sie führen ein normales Teenagerleben. Doch plötzlich soll alles anders werden. Aufgeschreckt durch den Fall seiner Nichte Fatma, die auf die »schiefe Bahn« geraten ist, kommt Vater Amar zu dem Schluss, dass es besser für seine Kinder sei, in seiner Heimat Marokko groß zu werden. So beschließen die Eltern, aus dem gemeinsamen »Heimat«-Urlaub nicht zurückzukehren. Besonders das Mädchen Aziza ist verzweifelt und weigert sich, ein Leben nach den traditionellen Maßstäben der marokkanischen Gesellschaft zu führen. In »Haram« erzählt Ad de Bont die Geschichte einer marokkanischen Familie – von ihrem Leben mit zwei Kulturen und ihrer Suche nach Heimat und Identität – nach einer wahren Begebenheit.
Mit Bene Neustein, Julia Rehn, Philip Schlomm
Inszenierung Catharina Fillers
Kostüme Regina Rösing
SO. 26.09., 15:00 UHR

Theater Fetter Fisch, Münster
WELTVERMESSER
Theater für Raumforscher für alle ab 5 Jahren, 50 Min.
Bomboldt und Humpland sind Weltvermesser. Mit ganz eigenen Methoden messen, untersuchen, betasten, umspannen, durchkreuzen, überspringen, schätzen, zählen und kartieren sie Neuland: zum Beispiel Schulhöfe oder Klassenzimmer, Turnhallen oder Theaterfoyers und halten die unendlichen Dimensionen der Wirklichkeit vor Augen, Ohren und Nasen. Sie wollen genau wissen, wo drinnen anfängt und draußen aufhört. Ist die Welt ein Raum? Ist der Himmel das Dach der Welt oder geht’s dahinter weiter? Wem gehört der Wald? Wie viele Würmer leben auf dem Schulhof? Entschuldigung, wie fi nde ich den Fantasieraum? Geht’s hier zum Traumraum?
Auf einer spannenden Reise von außen nach innen werden die Zuschauer spielerisch für den eigenen Lebensraum sensibilisiert.
Mit Cornelia Kupferschmid, Jan Sturmius Becker
Inszenierung Heike Kortenkamp
MO. 27.09., 10:30 UHR

theater monteure, Köln
STEIN AUF STEIN
Theater-Spiel mit Kisten und Klötzen von und mit Joachim von der Heiden, für alle von 4–10 Jahren, 45 Min.
Stein auf Stein – das Häuschen wird bald fertig sein – oder wird ein riesiger Turm, ein Labyrinth, eine Spiellandschaft oder der Anfang von etwas ganz Neuem? Joachim von der Heiden lädt mit seinem Theater-Spiel in die Welt der Erfinder, Phantasten und Spieler ein. Bei seiner risikofreudigen und humorvollen Untersuchung am beweglichen Objekt lässt er sich von der visuellen Erzählung Von 2 Quadraten des Künstlers El Lissitzky zu immer neuen Spielen mit Kisten und Klötzen animieren. Die Geschichte handelt von einem roten und einem schwarzen Quadrat, die aus dem All auf der Erde ein großes Chaos entdecken und herbeieilen, um Ordnung zu schaffen. Jeder weiß: Das kann schwierig werden! Es beginnt ein Ringen um die beste, neueste, andere Idee. Eine wirkliches Ende gibt es nicht: Denn »Weiter« – lautet der verspielte Auftrag an die jungen Zuschauer.
Von und mit Joachim von der Heiden
DI. 28.09., 10:30 UHR

Consol Theater, Gelsenkirchen
DIE WILDEN SCHWÄNE
von Thomas Brasch nach dem Märchen von H.C. Andersen für alle ab 8 Jahren, 50 Min.
Elf Prinzen sind dümmer als ihre Schuhe. »Bin ich schön«, fragt ihre Schwester Elisa und kämmt sich das Haar nach rechts. »Alles muss anders werden«, schreit des Königs neue Frau und verwandelt die Prinzen kurzerhand in wilde Schwäne. Elisa wird in den Wald hinausgejagt. »Wir fliegen, Elisa, wir sehen die Welt von oben«, rufen die Brüder. Sie entdecken Länder, Meere, Kontinente. Doch wenn die Prinzen Vögel bleiben, nützt ihnen ihr Wissen wenig, sagt das Meer. Und so wird Elisa arbeiten, bis ihr die Hände bluten, um die Brüder zu erlösen, und kein Wort darf ihr dabei über die Lippen …
Mit Nadja Karasjew, Sebastian Coors, Philipp Sebastian, Sunga Weineck
Inszenierung Andrea Kramer
Bühnenbild und Kostüme Sabine Kreiter
Dramaturgie Sylvie Ebelt
Musik Patrick Hagen, Michael Gees
Video Wasiliki Noulesa
DI. 28.09., 20:00 Uhr & MI. 29.09., 10:30 UHR

AGORA Theater, St. Vith (B)
DER KÖNIG OHNE REICH
von Marcel Cremer, für alle ab 6 Jahren, 60 Min.
Eines Morgens wird er wach und alles ist weg. Nur seine Krone ist ihm geblieben, weil er abends beim Zubettgehen vergessen hatte sie abzusetzen. Und weil es ein schöner Tag ist, zieht er los mit dem Wind. Er zieht los durch die Welt und macht sich auf die Suche nach seinem Reich. Oder auf die Suche nach seinem Lied. Oder beides. Denn: Wo sein Lied ist, ist bestimmt auch sein Reich. Auf seinem langen Weg durch den Tag und ein wenig durch sein Leben hat er so manch erstaunliche Begegnung mit Tieren und mit Menschen, mit Wesen und Dingen, mit der Natur und mit der Welt und – wer weiß – vielleicht auch ein wenig mit sich selbst.
Spiel und Musik Sascha Bauer, Karen Bentfeld, Volker Stephan Lather, Line Lerho, Kurt Pothen, Viola Streicher
Inszenierung Marcel Cremer und Fatma Girretz
Technik und Musik Joe Keil
Musikkomposition Katja Rixen
DO. 30.09., 10:30 UHR

De Stilte, Breda (NL)
DE LOPENDE LIJN / DIE LAUFENDE LINIE
Tanztheater für alle ab 4 Jahren, 45 Min.
Mit einem großen Blitzlicht erwacht Die laufende Linie zum Leben. Zwei Tänzer und eine Tänzerin spielen mit dem Lauf der Ereignisse und – eine Linie spielt mit. Eine Tanzvorstellung mit Soli, Duetten und Trios in einer Welt ganz aus Papier. Es werden kleine Geschichten erzählt. Das Spiel der drei Tänzer mit Papierobjekten, einem geheimnisvollen weißen Band und Projektionen zusammen mit Musik und Licht nimmt die Kinder mit auf eine Reise von der konkreten alltäglichen in eine fantastische magische Welt. Es geht um den Lauf der Dinge, wie sie sich verändern und manchmal doch so bleiben, wie sie sind. Die Aufführung führt auch kleine Kinder in die Formenvielfalt und assoziative Erzählweise des zeitgenössischen Tanzes ein.
Mit Christopher Havner, Yevgenia Kasatkina und Gleen Orlando Mardenborough
Choreographie Jack Timmermans
Video und Requisiten Bert Vogels
Bühnenbild Jack Timmermans, Bert Vogels
Musik Timothy van der Holst
Licht Uri Rapaport
FR. 01.10., 18:00 UHR

pulk fiktion, Münster/Hildesheim
EFRAIMS TÖCHTER
Ein Stück mit Video und Live-Musik für alle ab 10 Jahren, 60 Min.
Drei Schauspielerinnen machen sich die Welt, wie sie ihnen gefällt. Losreiten, Kuchenbacken, die eigene Bude einrichten! Eine Filmheldin inspiriert, auf die Suche zu gehen, nach eigenen Abenteuern und Geschichten über Mut und Angst. Übers Starksein und Schwäche zeigen. Über die eigene Unabhängigkeit und das Alleinsein. Es geht um das, was man sein kann und will, als Mädchen, als Kind, als Mensch. Wie ist es, wenn man keinen Koffer voll Gold hat und nicht die Kraft, Pferde zu stemmen, aber trotzdem frei sein will, das zu tun, was man mag. Und wie es, wenn man beides hat, aber dafür keine Eltern, die für einen da sind und einen trösten, wenn man traurig ist?
Mit Manuela Neudegger, Silvie Marks, Stefanie Mrachacz
Inszenierung/Choreographie Hannah Biedermann
Ausstattung Hanne Lauch
Videotechnik Alex Rechberg
Dramaturgie Eva von Schweinitz
Musik Nele Jeromin

