Ensemble FrühlingsErwachen: Corpus Delicti (von Juli Zeh)

Ensemble FrühlingsErwachen: Corpus Delicti (von Juli Zeh)

Deutschland in der Mitte des 21. Jhs. Mittels Genforschung, medizinischer Früherkennung, strenger Hygienevorschriften, Desinfektionsverordnungen und zentraler Partnerschaftsvermittlung innerhalb derselben Immungruppe ist der Kampf gegen Krankheiten und Schmerzen gewonnen. Sogar der Ausbruch von Influenzen wird verhindert. Dies erfolgt durch totale staatliche Überwachung der Einwohner, u.a. durch im Arm eingepflanzte Chips.

Die Protagonistin des Stücks, die Biologin Mia Holl, ist zunächst aktive Unterstützung des Systems. Doch dann wird ihr Bruder zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigt und kommt ins Gefängnis. Mia will die Unschuld ihres Bruders beweisen, wird zur Widerstandskämpferin und erschüttert dadurch die Grundlagen des Staates, der „Methode“. Ihr schärfster Gegner ist der Journalist Heinrich Kramer, dessen Buch „Gesundheit als Prinzip staatlicher Legitimation“ ein Schlüsselwerk der herrschenden Lehre ist.

Das Ensemble FrühlingsErwachen greift in diesem personell und technisch aufwendigen Stück ein brisantes und hochaktuelles Thema auf: Ist ein staatlich verordnetes striktes Monitoring und Tracing im Dienst der Gesundheit erlaubt?

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