Das COMEDIA Theater in der ehemaligen Feuerwache Vondelstraße

Vorgeschichte des ZENTRUMS DER KULTUR FÜR JUNGES PUBLIUM KÖLN UND NRW

1982 fand die Eröffnung der Spielstätte „Comedia Colonia“ in der Löwengasse als Spielort der freien Gruppe „Ömmes & Oimel“ um Klaus Schweizer, Gerd Krebber und Clemens Dardenne statt. Seitdem hat das Kernteam des Kinder- und Jugendtheaters zunächst unter der Leitung von Andrea Gronemeyer, später Catharina Fillers und seit 2008 Jutta Maria Staerk kontinuierlich am Ausbau des Programms, der Produktion herausragender Theaterarbeiten, einer regionalen und überregionalen Vernetzung und der Qualifizierung des Teams gearbeitet.

Mit Mitteln des Landes, der Imhoff-Stiftung, des Fördervereins und der Stadt Köln entwarf und baute das Team des freien Theaters ein neues Haus (Architekt Bernd Oxen), die COMEDIA war die Bauherrin und veredelte so die städtische Immobilie der Feuerwache Süd in der Südstadt.

Im September 2009 fand der Umzug des COMEDIA Theaters – noch in seiner alten Struktur – in das neue Theaterhaus in der Vondelstraße statt. Das Haus bot ein Fülle an Möglichkeiten für die Arbeit, die jedoch unter hohem Kostendruck stand. Die Fortführung bestehender Formate wie „Spielarten-Festival NRW“, Philharmonie im Veedel, Eigenproduktionen für Kinder- und Jugendliche aller Altersklassen wurde erweitert um große partizipative Projekte. Die wiederholte Ausrichtung des WESTWIND-Festivals, Symposien, Tagungen, die „Spurensuche“, das Internationale Regie-Seminar der ASSITEJ, sowie LitCologne und PhilCologne und erste vorsichtige überregionale Kooperationen zeigten, was da noch möglich sein würde.

2020 geht das Team um Klaus Schweizer, Jutta Maria Staerk und Manuel Moser nun den entscheidenden nächsten Schritt – in die Zeit des ZENTRUMS DER KULTUR FÜR JUNGES PUBLIUM KÖLN UND NRW.

Der Altbau

Neben dem Neubau steht das historische Gebäude und Denkmal. Im Denkmal selbst sind eine großzügige Gastronomie - die COMEDIA Wagenhalle - , Proberäume, Kursräume sowie Büros untergebracht. Grundgedanke des Architekten Bernd Oxen war es, Denkmal und Neubau gleichwertig nebeneinander zu stellen. Die unter Denkmalschutz stehende Fassade wurde wiederhergestellt. In den Räumen im Erdgeschoss sind insbesondere die „Zitate“ der alten Feuerwache – die ehemaligen Rutschstangen sowie vorhandene Fliesen an den Wänden – erhalten geblieben, die den Besuchern Verweise auf die historische Nutzung geben. Die Räumlichkeiten im Obergeschoss sind, abgestimmt auf die Ansprüche der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, zu Probe- und Schulungsräumen ausgebaut worden. Die historische Turnhalle im Dachgeschoss wurde originalgetreu restauriert und dient als Probebühne. Im linken Gebäudeteil, der im Krieg nahezu zerstört und in den 50er Jahren wiederaufgebaut wurde, sind Verwaltung und zwei Appartements für Gastschauspieler untergebracht. Nur durch eine Fuge aus Glas, die gleichsam als Spange die Verbindung herstellt, werden Neubau und Denkmal verbunden. Insgesamt entsteht eine Raumfläche von 3.800 m². Das Wahrzeichen des neuen COMEDIA Theaters wird der wiederaufgebaute Trocken- und Steigeturm mit einer Höhe von 23,7 Metern. Dazu Architekt Bernd Oxen: „Der Turm hat innerhalb des Gebäudeensembles die besondere Bedeutung, ein weithin sichtbares Signal für das neue Kinderkulturhaus zu setzen. Nicht als historische Replik, sondern als moderne Adaption des ehemaligen Trocken- und Steigeturms.“

Der Neubau

Gut erkennbar sind die Ausmaße des Neubaus, dessen Herz zwei neue Theatersäle bilden: der Rote Saal für fast 400 und der Grüne Saal für 180 Zuschauer. Außerdem beherbergt er die dazugehörigen Nebenräume wie Hinterbühne, Künstlergarderoben und Werkstätten. Seine Materialität und Formensprache steht für eine moderne, klare Architektur.